Rentner und Kanada

In Bezug auf Alter kennt Kanada keine generelle über alle Einwanderungsprogramme sich erstreckende geltende “obere” Altersgrenze als Qualifikationskriterium. Allerdings gibt es vereinzelte Programme, die eine obere Alterslimite festsetzen. So können vereinzelte Teile von Provinzprogrammen eine obere Alterslimite haben, die - je nach Provinz - um die Mitte 50 fluktuiert.
Punktebasierte Einwanderungsprogramme wie Express Entry haben meistens auch das Kriterien “Alter”: Die 1. Lebenshälfte gibt mehr Punkte, die 2. verliert zunehmend Punkte. Kinder, die jünger als 22 Jahre alt sind, können mit den Eltern - als Familie - nach Kanada auswandern.
Unter dem Programm der Familienzusammenführung spielt das Alter des Partners keine Rolle. Business-Programme haben keine Alterslimite oder schenken dem Alter geringere Bedeutung zu. Dort zählt eher Geschäftserfahrung, Geschäftsidee und Investitionsvolumen.
Kanada kennt kein Rentner-Visa oder Rentneraufenthaltserlaubnis. Interessierte, die als Rentner nach Kanada als permanente Residents wollen, müssen versuchen, in eines der bestehenden Einwanderungsprogramme unterzukommen. “Mit unserem Ersparten fallen wir Kanada ja nicht zur Last” ist leider kein Argument, da eine solche Situation im kanadischen Einwanderungsgesetz nicht vorkommt. Auch der Kauf einer Liegenschaft in Kanada führt nicht zum Daueraufenthaltsberechtigung. Vor allem Personen, die unter ihrem Beruf nach Kanada auswandern wollen, werden daraufhin gehend beurteilt, ob sie wirtschaftlich sich in Kanada erfolgreich etablieren können. Als Rentner nach Kanada auswandern ist nicht unmöglich, aber schwierig.

Optionen wären:
  • Familienzusammenführung”. Das ist dann eine Möglichkeit, wenn der Lebenspartner oder ein Kind entweder kanadische Staatsbürger sind oder eine Aufenthaltserlaubnis (Permanent Resident, PR) haben und dann als sogenannter Sponsor auftreten kann. Sofern die vom Einwanderungsprogramm gestellten Anforderungen erfüllt sind, können die Sponsoren mit ihrem Antrag entweder den Partner direkt sponsern oder im Falle eines Eltern/Grosseltern-Sponsoring an einem speziellen Auswahlverfahren der Einwanderungsbehörden zu teilnehmen. Allerdings kann die jährlich zu vergebene Quota bei weitem die Nachfrage nicht befriedigen.
  • Berufliche Qualifikation: Rentner könnten unter ihrem Beruf versuchen, einzuwandern. Express Entry ist ein punktebasierter Selektionsmechanismus für Berufsleute. Diejenigen, die viele Punkte sammeln, werden von den Behörden aufgefordert, ihren Antrag auf Daueraufenthalt einzureichen. In diesem Punktewettbewerb werden Punkte werden vergeben nach Kriterien wie Ausbildung, Arbeitserfahrung, Sprachkompetenz - aber für das Alter. Ist der Auswanderer schon im etwas fortgeschrittenen Alter, dann wird es schwierig, die durch das Alter “verlorenen” Punkte durch anderen Kriterien kompensieren zu versuchen um in diesem “Wettbewerb” konkurrenzfähig zu sein. Qualifiziert man sich für den Express-Entry-Pool mit aber nicht ganz kompetitiver Punktezahl, dann ist nicht alles verloren. Einzelne Provinzen haben eigene Programme mit eigenen Kriterien, Auswanderungswillige auszuwählen.
  • Business: Die Provinzen haben Programme wie auch Kanada selber auf Stufe Bundesstaat), die auf auf Entrepreneurs/Unternehmer zielen und dabei weniger Wert auf Alter, Sprachkompetenz oder Ausbildung legen. Als Hauptkriterien in diesen Programmen zählen vor allem die GEschäftsidee, Managementerfahrung und teilweise sehr hohes Kapital (Eigenvermögen und Investitionsvolumen). Der Weg kann eine Option sein aber diese diese Einwanderungskategorien ist finanziell und zeitlich mit grossem Engagement verbunden. In aller Regel gilt es, eine “Probezeit” mit dem Geschäftsprojekt in Kanada zu bestehen, um dann einen Antrag auf PR stellen zu können.
Rentner, die in eine mögliche Einwanderungskategorie Kanadas passen und sich für diese auch erfolgreich qualifizieren, müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Bewilligung für einen Daueraufenthalt am Schluss auch noch vom Resultat der obligatorischen medizinischen Untersuchung und vom Resultat von Führungszeugnissen abhängt. Das letzte Wort hat dann der Einwanderungsbeamte.
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