• Bald datentransparentere Touristen
    [12.12.2011]
    Das lange erwartete und soeben unterzeichnete Aktionsprogramm zwischen den USA und Kanada wird als das bedeutendste Abkommen zwischen diesen beiden Staaten seit NAFTA charakterisiert. Inhalt in den Grundzügen (Details müssen jetzt ausgearbeitet werden): Verbesserter wirtschaftlicher Zugang für Kanada in die USA, dafür lässt sich Kanada (im Bezug auf den Datenschutz mit etwas lauem Gefühl) vermehrt in das von der USA diktierte Sicherheitsdispositiv einbinden. Während damit die Wirtschaft in Kanada mit den zugesprochenen Handelserleichterungen (so z.B. schnellere Inspektionen beim Grenzübertritt) Einsparungen in Milliardenhöhe erhoffen darf, verschafft sich die USA Zugang zu in Kanada erhobenen Personendaten. Dies mit möglichen Auswirkungen für Touristen aus z.B. Europa. Geht es nach Plan, dann wissen neu beide Länder genau, wer nach Kanada bzw. USA ein- und auch ausreist. So wird wohl analog der Einreise in die USA auch für Kanada in naher Zukunft ein elektronisches Formular (wie ESTA) auszufüllen sein, um damit vorgängig eine Bewilligung zur Einreise nach Kanada zu erhalten. Und Flugpassagiere werden wohl schon vor dem Besteigen des Flugzeuges nach Kanada "grenzkontrolliert". - Diese Absichten stehen auf dem unterzeichneten Papier, deren Umsetzung dürfte in den nächsten Jahren vonstatten gehen,






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  • Jack
    [24.08.2011]
    Kanada trauert um Jack Layton. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der Parlamentsabgeordnete und Chef der kleinen Oppositionspartei New Democratic Party of Canada (NDP) durch seinen Optimismus, sein konsequentes Verfolgen der Interessen des "little guy" und sein anständiges Auftreten auf der politischen Bühne. In Umfragen war "Jack" der beliebteste und vertrauenswürdigste unter den aktuellen Parteiführern und die Mehrheit der Befragten konnte sich gut vorstellen, mit "Jack" ein Bier zu trinken.
    Vollends zur gewichtigen nationalen Grösse stieg er in den letzten Wahlen auf. Zwar errangen die Konservativen die Mehrheit, doch die kleine Partei wurde - zur Überraschung aller - auf einen Schlag zur zweitstärksten Partei und löste damit die Liberalen, die vom Wähler zu einem Schattendasein verdonnert wurden, als "offizielle" Oppositionspartei ab. Viele, die NDP wählten, gaben ihre Stimme Jack Layton, der kurz nach einem (siegreichen) Kampf gegen Krebs und einer Hüftoperation in die Wahlkampfhosen stieg und an einem Gehstock durch Kanada tourte.
    Die Freude über den historischen Wahlsieg dauerte nicht lange. Ein neues Krebsleiden zwang den jovialen Politiker zu einer Auszeit. Im September, bevor das neu gewählte Parlament den Betrieb wieder aufnimmt, sei er zurück, liess er verlauten. Doch zum Entsetzen der ganzen Nation, des ganzen politischen Spektrums starb er am vergangenen Montag in Toronto. In seinen letzten Stunden vor dem Tod schrieb er einen offenen Brief an Krebsleidende, an seine Partei, an die Quebecker, an die Jugend und an die kanadische Öffentlichkeit und schliesst diesen mit den Worten: "My friends, love is better than anger. Hope is better than fear. Optimism is better than despair. So let us be loving, hopeful and optimistic. And we’ll change the world.".
    Jack Layton wurde 61 Jahre alt.




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  • So you think you can Budget?
    [22.03.2011]
    Endlich einmal selber Finanzminister spielen. In dieser Woche entscheidet sich, ob vorzeitige Neuwahlen in Kanada anstehen. Einer der Stolpersteine: Das Budget. Vielleicht kann man ein besseres Haushaltsbudget für Kanada zusammenstellen als dasjenige der Regierung? Ein interaktiver Budgetrechner ("So you think you can Budget?") steht bereit: Go ahead (and share).



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  • Schuldenuhr tickt und tickt und tickt
    [23.02.2011]
    Auch Kanada hat Schulden. Nicht so hohe wie der südliche Nachbar, doch vorbei sind die Zeiten, als hier noch ausgeglichene Budgets ausgewiesen wurden. Der Finanzminister verspricht, die Finanzen bis +/- 2015 wieder in den Griff zu bekommen. Der (vom Parlament unabhängige) Parlamentarische Budget Officer widerspricht. Die komenden Jahre werden es zeigen. Bis dahin klickt sie weiter, die Schuldenuhr.








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  • Zwischenhalt Nordpol
    [17.02.2011]
    Aller Rhetorik verschiedenen Länder um Besitzesansprüche in der Arktis zum Trotz arbeitet man auch zusammen. So will im Rahmen der 3. Etappe der Expedition "Polar Ring" ein Team bestehend aus Polarforschern aus Russland, Weissrussland und Kanada mit (speziellen) 6-Rad-Schwimmfahrzeugen die mehr als 7000 km lange Strecke quer über die Nordpolarkappe fahren und wissenschaftliche Projekte ausführen. Die Reise führt vom russischen Salekhard über den Nordpol nach Resolute Bay in Kanada.

    Ein Blick auf die letzte Etappe: Die Fahrzeuge, die Herausforderungen







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  • Kein Bock auf Neuwahlen
    [02.02.2011]
    Aber gerade die könnten bald anstehen. Zum Beispiel dann, wenn die konservative Minderheitsregierung ihre Budgetvorlage nicht durchs Parlament bringt. Sie rechnet mit einer 50:50 Chance. Grund genug, dass sich die politischen Parteien schon mal vorsorglich in Wahlkampf-Stellung begeben. So wurden von den regierenden Konservativen "Attack-Ads" lanciert und postwendend von den Liberalen beantwortet. Spots, immer mit dem Ziel, die/den Anderen möglichst zu diskreditieren. Auch die NDP verspricht einen filmischen Beitrag zur politischen Kultur Kanadas, zeigte aber zwischenzeitlich stolz den Medien ihren "War Room". Die Konservativen malen die Horrorvision einer drohenden Koalitionsregierung und beurteilen die von der Opposition angedrohten Neuwahlen angesichts der herrschenden "fragilen" wirtschaftlichen Situation als verantwortungslos. Und die Liberalen wollen der (angeblichen) finanziellen Spendierfreudigkeit der Konservativen wie beispielsweise der von der Regierung geplanten Senkung der Unternehmensbesteuerung in Kanada die Stirn bieten. - Also, alles für Neuwahlen nötige Ingredienzen. Oder zumindest für Spekulationen über Frühjahrswahlen.
    Aber die Minderheitsregierung fühlt sich relativ wohl in ihrer Rolle (Mehrheit wäre natürlich besser). Kunststück, ihre Kriegskasse ist prallvoll. Die Opposition macht zwar viel Lärm, möchte endlich wieder an die Macht, ist aber schwach und kann sich programmatisch schwerlich von der Regierung absetzen. Zudem fürchtet sie, Mandate zu verlieren. Und will man einer Umfrage glauben, dann hat die Mehrheit der Kanadier schlicht keine Lust auf Neuwahlen. - Not yet.




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  • Last Frontier
    [07.08.2010]
    Stand das offizielle Kanada am vergangenen Klimagipfel in Kopenhagen auf der internationalen Bühne noch mit kurzen Hosen da, muss es sich jetzt warm anziehen. Zwar Kälte gewohnt, bläst ihnen doch ein eisiger Wind entgegen, und das im eigenen 'Backyard":
    Die Zukunft der Arktis steht zur Debatte. Denn mit der durch den Klimawandel einsetzenden Eisschmelze werden die jahrzehntelangen aktzeptierten Grenzziehungen durch Begehrlichkeiten quer durch die internationale Gemeinschaft in Frage gestellt. Schliesslich wartet in der Arktik ein Jackpot, bzw. ein grosses Vorkommen an Gas und Öl.
    Kanada ist gefordert. Schliesslich geht es um den Lebensraum der Inuit. Ja und es geht um grosse vermutete Ressourcen, die unter der schmelzenden Schneekappe liegen. Und um Umweltschutz. Spätestens dann, wenn die Nord-West-Passage als viel kürzere Alternative zum Panamakanal an Attraktivität gewinnt. Und um Fragen der (kanadischen) Souveränität, ...
    Als Anrainerstaat zum Nordpol will Kanada hier mitreden. "Use it or loose it" wird der Premierminister zitiert und markiert ein selbstbewusstes Kanada, das seine (legitimen) Interesse durchsetzen will. Aber Kanada muss sich nicht nur warm anziehen, sondern auch die Mittel bereitstellen, um sich beim kommenden Verteilkampf behaupten zu können. Die paar nur zeitweise in arktischen Gewässer operierenden schon etwas in die Jahre gekommenen kanadischen Eisbrecher genügen nicht.




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  • Falsch investiert
    [28.05.2010]
    Fast 1'000'000'000 Dollar für 3 Tage. Soviel kosten alleine die Sicherheitsmassnahmen für den G8 resp. G20, der Ende Juni im beschaulichen Huntsville und in der grössten Stadt Kanadas, Toronto, stattfindet. Ja, fast eine Milliarde Dollar. Soviel Geld wurde noch nie für ein solches Event ausgegeben. Dieser Betrag entspricht in etwa der Summe, die für die Sicherheit an den Olympischen resp. Paraolympischen Spielen ausgegeben wurde. Nur jetzt geht es aber um ein paar Tage, nur um die Sicherheit und nur um ein paar wenige Leute. Sicherheit klar, aber koste was es wolle? - Kopfschütteln, Unverständnis auf der Strasse und auf dem politischen Parkett.

    Nichts gegen Treffen auf höchster politischer Ebene. Aber der massive finanzielle Aufwand hätte mit ein bisschen Phantasie schon alleine bei bei der Ortswahl der Veranstaltung massiv reduziert werden können.

    1 Milliarde. Das ist eine 1 mit 9 Nullen.

    Mit diesem Geld könnte Kanada beispielsweise
    • endlich einen ersten wirklich wintertauglichen Eisbrecher für die Arktis kaufen
    • den populären Home Renovation Tax Credit weiterführen
    • weitere finanzielle Anreize für Umweltschutz schaffen
    • Steuern senken
    • alle Eishallen quer durch Kanada renovieren
    • Schulden abbauen
    • die chronisch langen Wartezeit für Spitalbehandlungen verkürzen oder
    • ....
    So viele Ideen ...

    Oh, da gäbe es ja noch eine weitere Milliarde, die zum Verteilen wäre. Sie müsste nur zuerst einkassiert werden. Das ist ist nämlich der Betrag an Verkehrsbussen, die bis anhin in der Provinz Ontario nicht bezahlt wurden. Oh, mit dieser Milliarde könnte man hier .....

    Let's dream.




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  • Haiti: Don't loose Hope
    [15.01.2010]
    In einem emotional sichtlich bewegten Auftritt sprach Michaelle Jean, Generalgouverneurin von Kanada, dem von einem Erdbeben heimgesuchten Haiti Mut zu und rief zur Solidaritätmit dem zerstörten karibischen Staat auf. Dieser Auftritt war umso schmerzhafter, als sie selber in Haiti geboren wurde und im Kindesalter als Flüchtling nach Kanada emigrierte.
    Kanada gilt als traditionelles Einwanderungsland für Haiti und hat vorallem in Montreal eine grosse haitische Gemeinschaft. Und Kanada hat auch rasch mit einer grosse Rettungsaktion zu Luft und Wasser auf die Katastrophe in der Karibik reagiert und Equipment und Personal dorthin entsandt.
    Im sicheren Kanada beginnen Sammelaktionen für Spendengelder zu laufen. Schwierig die Übersicht zu behalten: Adressen mit Angaben wie, wo mit (allenfalls steuerabzugsberechtigten) Spenden rasch geholfen werden kann, finden sich hier oder hier. - Donate now! - Die von Privatpersonen gespendeten Gelder werden von der Regierung verdoppelt.




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  • Prorogued: Die 2.
    [05.01.2010]
    So quasi zwischen den Weihnachtsgeschenken versteckt hat der Premierminister still und heimlich eine weitere Bescherung angekündigt. Das Parlament wird (innerhalb eines Jahres wieder) 'prorogued'. Mit anderen Worten: Das Parlament ist geschlossen (und die Legislative darf zwei Monate länger Ferien machen). Böse Zungen behaupten, mit diesem erneuten (an und für sich legitimen aber doch undemokratischen?) Winkelzug wolle sich PM Harper einen politischen Vorteil verschaffen. Einige andere meinen, auch die Politiker wollen lieber die Olympischen Spiele frei von schreierischen Fragestunden oder lästigen Medienschelten geniessen. Und ein Grossteil der Bevölkerung scheint sich gar nicht mehr aufzuregen und die Oppostion lahmt. - Mögen die Spiele beginnen.



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  • Niemand will Wahlen. Wirklich?
    [09.09.2009]
    Während sich die Temperaturen (zumindest) in der Nacht langsam hier in Ottawa unterhalb der 10 Grad-Marke einpendeln, wird es auf der federalen politischen Bühne heisser. Oder ist es vielleicht nur warme Luft? 'Your time is up' meinte kürzlich der Oppositionsführer an die Adresse des Premierministers, der mit diesen Worten die wahlmüden Kanadier aufschreckte. Die regierenden Konservativen konterten mit dem Hinweis, dass inmitten der Wirtschaftskrise ein schlechter Zeitpunkt für Wahlen sei. Gewollt oder ungewollt ist jetzt ist aber ein heimlich aufgenommenes Video an die Öffentlichkeit gelangt, das den Premierminister in (ideologischer) Wahlkampfstimmung zeigt. In einer Rede vor Parteifreunden steckt er seine Wahlkampfziele ab: Der Griff zur Mehrheit, keine Koalition, Kampf den Linken, das Land vor 'long-term damage' durch die anderen Parteien bewahren, etc, etc. - Ob die Oppostion die gut organisierten und finanzstarken Konservativen herausfordert? - Die nächsten Wochen werden es zeigen.



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  • Enger Horizont in Bern
    [08.06.2009]
    Working Holiday Visa (WHV) bietet die Möglichkeit, im Ausland während einer bestimmten Zeit zu arbeiten und das Land zu erkunden. Und all dies ohne grosse bürokratische Hindernisse. Dieses in anderen Ländern beliebte Ferien-und-Job-Visa wird in der Schweiz nicht angeboten, als Gegenmassnahme kommen die SchweizerInnen deshalb auch nicht in den Genuss eines WHV für Australien, Kanada, ...
    Was sind die Gründe, dass die Schweiz das Working Holiday Visa nicht anbietet? Laut einem Artikel von Swissinfo kann sie nicht - oder besser gesagt - sie will nicht. Nach etlichen Jahren Entscheidungsfindung ist 'man' in 'Bern' zum Entschluss gelangt: Zu grosser Aufwand um (ein?) Gesetz zu ändern und unklar, wie sich diese Öffnung auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Schade. Eine Möglichkeit weniger für SchweizerInnen, im Ausland Erfahrungen zu sammeln.
    Vielleicht sollte man die Verantwortlichen in Bundesbern einmal aus dem engen Büro herausnehmen und ins Ausland schicken. Mit einem breiteren Horizont werden sie heimkehren und dem Ausland offener gegenüberstehen. - Hallo Bärn, welcome to the World.


    (Möglichkeiten eines Praktikums in Kanada)


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  • Späte Genugtuung für Dion
    [28.05.2009]
    Diese Meldung sollte mehr als eine Zeile wert sein.
    In einem englisch geführten Interview mit dem kandischen TV-Sender CTV wurde im letzten Wahlkampf der (damalige) frankophone Liberal Leader Dion mit einer (hypothetischen) Frage konfrontiert, die er nicht verstand. - Das wurde (natürlich) sofort genüsslich im Wahlkampf ausgeschlachtet.
    Schon damals ging unter die Tatsache, dass auch Anglophone über den Inhalt der Frage uneins waren. Und man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass Dion vorgeführt wurde. Diesem journalistischen Vorgehen kann (auch) der Canadian Broadcast Standards Council in seiner jetzt veröffentlichten Einschätzung nichts abgewinnen: Die Frage an sich war "confusing" und CTVs Vorgehen gegenüber Dion "discourteous and inconsiderate". - Richtig.




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  • Obama und Kanada
    [20.01.2009]
    Kanada wartet auf Obama. Mit Genugtuung hat der nördliche Nachbar zur Kenntnis genommen, dass der amerikanische Präsident "soon" Kanada einen Besuch abstatten wird. Der Höflichkeitsbesuch wird aber eine US-Agenda überschatten, an der Kanada noch seine liebe Mühe haben wird. Themen wie die ökologisch nicht saubere Ölproduktion in Alberta, die ungenügende Sicherung der Grenze, die Öffnung der Nordwestpassage, der Krieg in Afghanistan oder (die Neuverhandlung von) NAFTA.
    Kanada wird viel Stehvermögen beweisen müssen, um seine Interessen durchsetzen zu können. Wie weit das Argument, dass Kanada der grösste Energielieferant der USA ist, reicht, wird sich weisen. - Man darf gespannt sein.




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  • Prorogued!??
    [04.12.2008]
    Das heisst, 'Time Out'. Das kanadische Parlament wird "prorogued", in die verlängerten Weihnachtsferien geschickt, die Arbeit suspendiert. Ein in dieser Form einmaliger und umstrittener politischer Schachzug der konservativen Minderheitsregierung um einem Misstrauensvotum zuvor zu kommen. Die parlamentarische Meinungsbildung in Ottawa ist damit zu einem kompletten Full-Stop gekommen.
    Erklären müsste man den Kanadiern der Begriff Koalition. Vor allem die konservativen Stammwähler (im Westen Kanadas) sind der Ansicht, dass sie die Harper-Regierung gewählt haben. Dem ist aber nicht so: Sie haben Parlamentsabgeordnete gewählt und die bestimmen die Regierung. Zur Zeit ist es Harper, aber ob der 27. Januar einen Regierungswechsel (Misstrauensvotum anlässlich der Abstimmung über das Budget) bringt, wird sich weisen.




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  • Doch keine 4 Jahre?
    [27.11.2008]
    Das dürfte die Opposition gar nicht freuen. Auf der Suche nach Sparmassnahmen im Budget plant der konservative Finanzminister Flaherty, die öffentlichen Parteifinanzierung zu streichen. Auf den ersten Blick mögen die Konservativen die Verlierer sein, aber es ist die Opposition, die unter dem Strich das finanzielle Nachsehen hat. Die Konservativen können sich nämlich im Gegensatz zu den anderen Parteien auf ein höchst effizientes und einträgliches Fundraising verlassen.
    Kritiker werfen der Regierung denn auch vor, dass diese Sparmassnahmen politisch begründet ist, zudem habe Harper seine Kabinett auf 38 (!) Personen ausgedehnt.




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  • 4 Jahre?
    [19.11.2008]
    Mit dem traditionellen Verlesen der 'Throne Speech', das Regierungsprogramm, ist die Bundespolitik in die neue Legislaturperiode in Kanada gestartet. Ob es vier Jahre werden, wird sich zeigen. Nicht zuletzt der (bis anhin aggressiv geführte) Regierungsstil von Premierminister Haper wird dabei entscheidend sein. Und da überrascht, dass er angeblich seine Parlamentsleute angewiesen haben soll, inskünftig mit dem politischen Gegner repektvoller umzugehen. Da täte der politischen Kultur hierzulande gut, wurde der Wahlkampf doch teilweise in der untersten Schublade geführt.



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  • Harper gewinnt ...
    [15.10.2008]
    ... erhält aber keine Mehrheit im Parlament. Die Konservativen konnten zwar zulegen, die Mehrheit hätte in Reichweite gelegen, doch vergraulte Harper Quebec und Newfoundland & Labrador, die dafür den Konservativen eine Abfuhr erteilten. Die Liberalen tauchten, die NDP legte (leicht) zu. Die Grünen erzielten zwar über 7 % aller Stimmen, erhielten aber keinen einzigen Sitz. Die (einst mächtigen) Liberalen müssen zuerst einmal nach der empfindlichen Niederlage einen Nachfolger des glücklosen Parteichefs erküren. Ein Machtkampf steht an. Je nachdem, wie stark Harper die Opposition mit seinem Programm bedrängt, könnten bald wieder Neuwahlen anstehen.



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  • Wahlkampf
    [24.09.2008]
    Nach 2 Wochen Wahlkampf in Kanada liegen Harpers Konservative in den Umfragen (weiterhin) vorne. Dies obwohl alle anderen auf ihn eindreschen, er relativ wenige "Promises" offeriert und Leute in seiner Partei in Fettnäpfchen treten. Viele trauen ihm, dem Taktiker, dem Kontrollfreak nicht. Viele Kanadier wollen eine Mehrheitsregierung aber nicht mit Konservativen.
    Die (noch?) offizielle Oppositionspartei, die Liberalen, können einfach nicht zusetzen. Deren Vorsitzender Dion ist nicht eloquent genug, man versteht sein Englisch kaum und sein während zweier Wochen propagiertes Programm "Green Shift" (Stichwort: Carbon tax) will (und kann) auch keiner richtig verstehen. Inmitten des Wahlkampfes müssen die Liberalen umdisponieren.
    NDP-Chef Layton will schon mal die Position des Premierministers übernehmen, doch dazu wird es nicht reichen. Allerdings könnte er den Liberalen nahe kommen.
    Die Green Party ist im (mehr als bescheidenen?) Aufwind und nachdem deren Präsidentin May jetzt doch zur nationalen Wahl-TV-Runde (doch noch nachträglich) eingeladen wurde, könnte die Partei noch ein bisschen zulegen.
    Der (einst mächtige) Bloc Quebecois muss schauen, dass er von den anderen Parteien nicht aufgerieben wird.
    Also: Die Konservativen werden gewinnen oder schliessen andere Parteien ein Koalition?




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Letzte Aktualisierung: 03.02.2012
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